
One Procurement
One Procurement.
Viele international gewachsene Unternehmen stehen vor derselben Herausforderung: Lokale Einkaufsorganisationen funktionieren in ihren Märkten oft sehr erfolgreich, gleichzeitig bleiben jedoch Synergien, Transparenz und eine konzernweite Steuerung hinter den Möglichkeiten zurück.
Eine führende internationale Unternehmensgruppe der Lebensmittelindustrie stellte sich deshalb eine grundsätzliche Frage: Wie kann ein Einkauf aufgebaut werden, der globale Potenziale nutzt, ohne die notwendige Nähe zu Werken, Märkten und operativen Anforderungen zu verlieren?
Aus dieser Fragestellung entstand die Initiative „One Procurement“ – eine strategische Weiterentwicklung der internationalen Einkaufsorganisation mit dem Ziel, Einkauf, Supply Network Management, Governance und Digitalisierung enger miteinander zu verbinden.
Das Projekt im Überblick
Projektumfang
Die Ausgangssituation: Erfolgreiche lokale Strukturen, begrenzte internationale Vernetzung
Über Jahre hinweg hatten sich in verschiedenen Ländern und Standorten leistungsfähige Einkaufsstrukturen entwickelt. Die Organisation profitierte von Marktkenntnis, engen Lieferantenbeziehungen und hoher operativer Handlungsfähigkeit.
Gleichzeitig entstanden typische Herausforderungen international wachsender Unternehmen: Prozesse, Verantwortlichkeiten und Arbeitsweisen unterschieden sich teilweise zwischen Regionen. Strategische Themen wie Warengruppenmanagement, Lieferantenentwicklung, Risikomanagement oder die Nutzung gemeinsamer Einkaufsvolumina konnten nicht überall im gleichen Umfang genutzt werden.
Die Unternehmensgruppe wollte deshalb nicht einfach einzelne Prozesse optimieren. Ziel war vielmehr, eine gemeinsame internationale Einkaufsorganisation zu entwickeln, die lokale Stärke und globale Steuerungsfähigkeit miteinander verbindet.
Der Lösungsansatz: Vom Einkauf der Standorte zum One-Procurement-Modell
Der erste Schritt bestand in einer umfassenden Standortbestimmung. Gemeinsam wurden Prozesse, Organisation, Rollen, Systeme, Kompetenzen und Schnittstellen analysiert. Dabei stand weniger die Frage nach einzelnen Optimierungsmaßnahmen im Mittelpunkt als die Entwicklung eines gemeinsamen Zielbildes für den Einkauf der Zukunft.
Aus dieser Analyse entstand die Vision „One Procurement“. Dahinter steht die Idee einer integrierten internationalen Einkaufsorganisation, die Nachfrage, Lieferanten, Risiken und Wertbeiträge stärker bereichs- und länderübergreifend steuert.
Die Vision wurde anschließend in ein konkretes Operating Model übersetzt. Internationale Category-Management-Strukturen, gemeinsame Governance-Mechanismen, klare Rollen und Verantwortlichkeiten sowie definierte Schnittstellen zwischen Einkauf, Werken, Supply Chain und weiteren Funktionen wurden systematisch ausgearbeitet.
Gleichzeitig wurde die Rolle des Einkaufs neu definiert. Der Fokus verlagerte sich von einer primär operativen Beschaffungsfunktion hin zu einer Organisation, die aktiv zu Wertschöpfung, Versorgungssicherheit, Risikomanagement und nachhaltigem Unternehmenswachstum beiträgt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verzahnung von Einkauf und Supply Network Management. Lieferantenmanagement, Transparenz über Lieferketten und die Zusammenarbeit mit angrenzenden Funktionen wurden stärker in die zukünftige Zielarchitektur integriert.
Parallel wurde berücksichtigt, dass organisatorische Transformation und Digitalisierung zusammengehören. Die Weiterentwicklung der Einkaufsorganisation wurde deshalb eng mit der zukünftigen System- und Prozesslandschaft abgestimmt, um langfristig skalierbare und international nutzbare Strukturen zu schaffen.

Ergebnisse und Mehrwert
International
Klare Rollen
Vernetzt
Was sich verändert hat.
Die Transformation schuf die Grundlage für einen stärker integrierten internationalen Einkauf.
Durch das gemeinsame Zielbild verfügt die Organisation heute über einen klaren Orientierungsrahmen für die weitere Entwicklung. Rollen und Verantwortlichkeiten wurden geschärft, Governance-Strukturen definiert und internationale Zusammenarbeit systematischer verankert.
Besonders wertvoll ist dabei die Verbindung von organisatorischer Weiterentwicklung und fachlicher Ausrichtung. Einkauf, Lieferantenmanagement, Supply Network Management und Digitalisierung werden nicht mehr als einzelne Initiativen betrachtet, sondern als Bestandteile eines gemeinsamen Operating Models.
Die Organisation schuf damit die Voraussetzungen, um Synergien besser zu nutzen, Transparenz zu erhöhen und internationale Zusammenarbeit nachhaltiger zu gestalten. Gleichzeitig bleiben lokale Markt- und Lieferantenkenntnisse ein wichtiger Bestandteil des Modells.
Die verfügbaren Projektunterlagen dokumentieren die organisatorischen und konzeptionellen Ergebnisse der Transformation. Belastbare quantitative Effekte oder freigegebene Einsparungskennzahlen liegen in den ausgewerteten Quellen derzeit nicht vor.
Was andere Unternehmen daraus lernen können
Internationale Einkaufsorganisationen scheitern häufig nicht an fehlenden Systemen oder Methoden. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, lokale Verantwortung und globale Steuerung sinnvoll miteinander zu verbinden.
Ein gemeinsames Operating Model schafft dafür die notwendige Grundlage. Erfolgreiche Transformation beginnt dabei nicht mit Organigrammen oder Softwarelösungen, sondern mit einer klaren Antwort auf die Frage, welche Rolle der Einkauf künftig für das Unternehmen übernehmen soll.
Darüber hinaus zeigt die Transformation, dass Einkauf, Lieferantenmanagement, Supply Chain und Digitalisierung nicht isoliert entwickelt werden sollten. Nachhaltige Wirkung entsteht dort, wo diese Themen in einem gemeinsamen Zielbild zusammengeführt werden.
Die Rolle von 
amc begleitete die Unternehmensgruppe bei der Entwicklung des One-Procurement-Ansatzes von der Standortbestimmung bis zur Ausgestaltung des zukünftigen Operating Models.
Dabei wurden organisatorische, prozessuale und strategische Fragestellungen gemeinsam betrachtet. Einkauf, Supply Network Management, Governance und Digitalisierung wurden in einem konsistenten Zielbild zusammengeführt, das als Grundlage für die weitere internationale Entwicklung der Einkaufsorganisation dient.
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