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Vom Ausgabenvolumen zum umgesetzten Wertbeitragsprogramm

Wie eine europäische Industriegruppe 150 Millionen Euro indirekten Einkauf analysiert und 21 Initiativen in die Umsetzung überführt
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Das Projekt im Überblick

Vom Ausgabenvolumen zum umgesetzten Wertbeitragsprogramm.

Ausgabenanalysen schaffen Transparenz. Wirtschaftliche Wirkung entsteht jedoch erst, wenn aus Daten klare Entscheidungen, verbindliche Verantwortlichkeiten und umgesetzte Maßnahmen werden.

Eine europäische Industriegruppe wollte deshalb nicht bei einer Potenzialanalyse des indirekten Einkaufs stehen bleiben. Die identifizierten Hebel sollten nach Wirkung und Umsetzbarkeit priorisiert, in ein realistisches Programm überführt und gemeinsam mit Einkauf, Fachbereichen und Unternehmensleitung bearbeitet werden.

Aus der Analyse von rund 150 Millionen Euro Einkaufsvolumen entstand ein Umsetzungsprogramm mit 21 Initiativen, drei aufeinander abgestimmten Wellen und einer verbindlichen Steuerung durch das Management.

Das Projekt im Überblick

Projektumfang

150 Mio. €
analysiertes Einkaufsvolumen
10
europäische Standorte
21
priorisierte Initiativen
Schwerpunkt
Indirekter Einkauf
Region
Deutschland, Frankreich und Belgien

Die Herausforderung: Daten waren vorhanden, eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage fehlte

Der indirekte Einkauf verteilte sich auf zehn Standorte in Deutschland, Frankreich und Belgien. Die relevanten Informationen lagen in SAP MM und SAP FI vor. Es fehlte jedoch eine konsolidierte Sicht auf Warengruppen, Lieferantenstrukturen und standortübergreifende Beschaffungsmuster.

Damit war zwar bekannt, wo Ausgaben entstehen. Weniger transparent war, welche Unterschiede sachlich begründet waren, wo Bündelungspotenziale bestanden und welche Maßnahmen mit vertretbarem Aufwand realisierbar waren.

Die Aufgabe bestand deshalb nicht nur darin, Daten auszuwerten. Das Management benötigte eine belastbare Grundlage, um begrenzte Ressourcen auf die richtigen Hebel zu konzentrieren und die Umsetzung über Standorte und Funktionen hinweg konsequent zu steuern.

Datenanalyse allein reicht nicht aus

Im ersten Schritt wurden die verfügbaren Beschaffungsdaten in einem standortübergreifenden Datenmodell zusammengeführt. Der daraus entstandene Ausgabenwürfel ermöglichte Vergleiche von Volumina, Lieferanten und Warengruppen über Länder- und Standortgrenzen hinweg.

Zahlen erklären jedoch nicht, warum Leistungen unterschiedlich beschrieben, bestimmte Lieferanten genutzt oder Bedarfe lokal beschafft werden. Deshalb wurden die Ergebnisse in Interviews mit den verantwortlichen Einkäufern und Fachbereichen fachlich eingeordnet.

Die Kombination war entscheidend: Die Daten machten Unterschiede und mögliche Bündelungshebel sichtbar. Die Gespräche zeigten, welche technischen, organisatorischen oder geschäftlichen Gründe berücksichtigt werden mussten.

Dadurch entstand keine abstrakte Potenzialliste, sondern ein realistisches Bild der tatsächlich bearbeitbaren Werthebel.

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21 Initiativen mit klarer Priorität

Die identifizierten Ansätze wurden nach erwartetem Nutzen, Umsetzbarkeit, Aufwand und organisatorischer Komplexität bewertet. Daraus entstand ein Portfolio mit 21 priorisierten Initiativen.

Die Maßnahmen wurden drei Umsetzungswellen zugeordnet. Initiativen mit hoher erwarteter Wirkung und guter Realisierbarkeit konnten früh begonnen werden. Strukturell anspruchsvollere Themen erhielten einen eigenen Umsetzungspfad und die notwendige Vorbereitungszeit.

Diese Priorisierung verhinderte, dass Ressourcen auf zu viele Einzelthemen verteilt wurden. Gleichzeitig schuf sie Klarheit darüber, welche Maßnahmen sofort begonnen werden konnten und für welche Vorhaben zusätzliche Entscheidungen oder Vorarbeiten notwendig waren.

Umsetzung in gemeinsamen Teams

Für die Bearbeitung der Initiativen wurden gemeinsame Teams aus Lead Buying, standortspezifischen Fachbereichen und amc aufgebaut. Die Zusammensetzung war wesentlich, weil viele Einspar- und Werthebel nicht allein vom Einkauf umgesetzt werden können.

Bedarfsänderungen, Spezifikationen, Lieferantenwechsel oder standortübergreifende Bündelungen betreffen regelmäßig auch Technik, Produktion und weitere interne Bedarfsträger. Durch die gemeinsame Bearbeitung konnten fachliche Anforderungen und wirtschaftliche Ziele unmittelbar miteinander abgeglichen werden.

Für jede priorisierte Initiative wurden konkrete Aktivitäten, Zeitpläne und Verantwortlichkeiten entwickelt. So wurde aus der Potenzialanalyse ein operativ steuerbares Maßnahmenprogramm.

Managementsteuerung als Teil der Umsetzung

Die Initiativen wurden nicht an die Projektteams delegiert und anschließend nur periodisch berichtet. Regelmäßige Lenkungskreise mit Mitgliedern der Unternehmensleitung dienten dem Statusabgleich, der Entscheidung über nächste Schritte und der Freigabe von Vergabeempfehlungen.

Damit erhielt die Umsetzung die notwendige Verbindlichkeit. Hindernisse konnten adressiert, Entscheidungen beschleunigt und Ressourcen auf die Maßnahmen mit der größten erwarteten Wirkung konzentriert werden.

Diese Steuerung war ein entscheidender Unterschied zu klassischen Analyseprojekten: Das Management erhielt nicht nur Transparenz über Potenziale, sondern eine klare Entscheidungs- und Umsetzungsarchitektur.

Ergebnisse und Mehrwert

Transparenz

150 Mio. €

Indirektes Einkaufsvolumen konsolidiert
Steuerung

21 Initiativen

Potenziale verbindlich priorisiert
Umsetzung

3 Wellen

Umsetzung strukturiert vorbereitet

Was sich verändert hat.

Transparenz
Ausgangslage
Dezentrale Daten an zehn europäischen Standorten
Erarbeitet
Standortübergreifende Sicht auf das indirekte Einkaufsvolumen
Steuerung
Ausgangslage
Identifizierte Hebel ohne gemeinsame Priorität
Erarbeitet
Bewertete Initiativen mit Verantwortlichkeiten und Managementsteuerung
Umsetzung
Ausgangslage
Potenziale ohne gemeinsamen Umsetzungsfahrplan
Erarbeitet
Umsetzungsteams, Zeitpläne und Entscheidungsformate in drei Wellen
Volumen, Initiativen und Wellen beschreiben das entwickelte Wertbeitragsprogramm. Realisierte Einsparungen sind in den verfügbaren Unterlagen nicht quantifiziert.

Das Programm schuf erstmals eine konsolidierte Sicht auf rund 150 Millionen Euro indirektes Einkaufsvolumen an zehn europäischen Standorten. Aus der Analyse wurden 21 priorisierte Initiativen und drei Umsetzungswellen entwickelt.

Der wesentliche Mehrwert lag in der Überführung dieser Erkenntnisse in konkrete Umsetzungsteams, Zeitpläne und Entscheidungsformate. Potenziale wurden damit nicht nur beschrieben, sondern mit Verantwortlichkeiten und einem verbindlichen Steuerungsprozess verbunden.

Veröffentlichbare Angaben zu realisierten Einsparungen liegen in den verfügbaren Unterlagen nicht vor. Deshalb werden analysierte Einsparpotenziale nicht als bereits erzielte finanzielle Ergebnisse dargestellt.

Belastbar erreicht wurde jedoch der Übergang von einer dezentralen Datenlage zu einem standortübergreifenden Wertbeitragsprogramm, das Einkauf, Fachbereiche und Management gemeinsam steuern konnten.

Was andere Unternehmen daraus lernen können

Eine Ausgabenanalyse schafft noch keinen Wertbeitrag. Wirkung entsteht erst, wenn Potenziale priorisiert, Verantwortlichkeiten festgelegt und Entscheidungen zeitnah getroffen werden.

Ebenso entscheidend ist die Einbindung der Fachbereiche. Viele Einkaufshebel verändern Bedarfe, Spezifikationen oder interne Abläufe. Ohne fachliche Beteiligung bleiben diese Maßnahmen theoretisch oder verlieren in der Umsetzung an Akzeptanz.

Schließlich braucht ein standortübergreifendes Programm eine aktive Managementsteuerung. Regelmäßige Entscheidungen, klare Eskalationswege und Transparenz über Fortschritt sind keine ergänzende Projektverwaltung, sondern zentrale Voraussetzungen der Ergebnisrealisierung.

Die Rolle von amc

amc entwickelte die Datengrundlage, verband Datenanalyse und Interviews und überführte die Erkenntnisse in ein priorisiertes Portfolio. Anschließend unterstützte amc die Feinplanung, die gemeinsamen Umsetzungsteams und die regelmäßige Steuerung durch die Unternehmensleitung.

Der Beitrag endete damit nicht bei der Identifikation möglicher Hebel. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie aus den Erkenntnissen ein umsetzbares Programm mit klaren Verantwortlichkeiten, Entscheidungen und Maßnahmen entsteht.

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