
Digitalisierung beginnt mit dem zukünftigen Einkaufsprozess
Digitalisierung beginnt mit dem zukünftigen Einkaufsprozess.
Viele Unternehmen beginnen die Digitalisierung ihres Einkaufs mit einer Marktsondierung. Schnell bestimmen Funktionslisten und Anbieterpräsentationen die Diskussion, obwohl noch nicht ausreichend geklärt ist, wie der Einkauf künftig arbeiten soll.
Ein international führender Hersteller von Reinigungsgeräten und -lösungen wählte die umgekehrte Reihenfolge. Zunächst wurden Zielprozesse, Schnittstellen und Anforderungen entwickelt. Erst auf dieser Grundlage folgte die Auswahl einer integrierten eProcurement-Lösung.
Das Projekt im Überblick
Projektumfang
Gewachsene Abläufe treffen auf neue digitale Anforderungen
Der Einkauf verfügte über etablierte Prozesse und langjährige Erfahrungen. Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an Transparenz, durchgängige Abläufe und digitale Unterstützung.
Unterschiedliche Prozessvarianten und Anforderungen der Einkaufsbereiche, Fachbereiche und IT mussten zu einem gemeinsamen Zielbild verbunden werden. Die zentrale Herausforderung war daher nicht allein technischer Natur. Entscheidend war, eine tragfähige Antwort auf die Frage zu finden, wie operative, taktische und strategische Einkaufsarbeit künftig aussehen soll.
Eine vorschnelle Softwareentscheidung hätte das Risiko erhöht, bestehende Komplexität lediglich digital abzubilden.
Der Reifegrad macht Entwicklungsfelder sichtbar
Zu Beginn wurden die bestehenden Prozesse gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Einkaufsbereiche bewertet. Die Reifegradaufnahme zeigte, an welchen Stellen Standardisierung, Transparenz und Systemunterstützung den größten Nutzen versprachen.
Daraus entstand eine priorisierte Digitalisierungsroadmap. Sie schuf Klarheit darüber, welche Prozesse zuerst entwickelt und welche Abhängigkeiten bei der späteren Umsetzung berücksichtigt werden sollten.

30 Soll-Prozesse als fachliches Fundament
Im Zentrum stand die Entwicklung von 30 zukünftigen operativen, taktischen und strategischen Einkaufsprozessen. Die Abläufe wurden textlich beschrieben und in Prozessbildern dokumentiert. Aufgaben, Schnittstellen und Anforderungen wurden so weit konkretisiert, dass daraus eine belastbare Spezifikation für die digitale Unterstützung entstehen konnte.
Einkauf, Fachbereiche und IT wurden frühzeitig eingebunden. Dadurch konnte zwischen fachlich notwendigen Funktionen, technischen Anforderungen und organisatorischen Wünschen unterschieden werden.
Das daraus entwickelte Lastenheft bildete die Grundlage für die Systemauswahl. Anbieter wurden nicht anhand möglichst umfangreicher Funktionskataloge bewertet, sondern danach, wie gut die Lösungen die definierten Soll-Prozesse und Anforderungen unterstützen.
Eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage statt funktionaler Einzelwünsche
Die strukturierte Auswahl reduzierte das Risiko, dass Beteiligte unterschiedliche Zielvorstellungen verfolgen oder erst während der Implementierung grundlegende Prozessfragen klären.
Einkauf, IT, Fachbereiche und Management konnten auf dieselbe Prozessarchitektur und dieselben Bewertungskriterien zurückgreifen. Die Technologieentscheidung wurde damit aus dem fachlichen Zielbild abgeleitet.
Ergebnisse und Mehrwert
30 Soll-Prozesse
1 Roadmap
Im Rahmen
Was sich verändert hat.
Mit den 30 Soll-Prozessen, der Digitalisierungsroadmap und dem Lastenheft entstand eine durchgängige Grundlage für die Weiterentwicklung der Einkaufslandschaft. Aufgaben, Schnittstellen und Anforderungen wurden transparenter und die Lösungsanbieter konnten anhand nachvollziehbarer Kriterien bewertet werden.
Die veröffentlichte Kundenbewertung bestätigt, dass die strukturierte Vorgehensweise, die Einkaufsexpertise sowie die Unterstützung bei Roadmap, Soll-Prozessen und Systemauswahl eine optimale Grundlage für die Digitalisierung schufen. Das Projekt wurde nach dieser Kundenbewertung im vorgesehenen Zeit- und Budgetrahmen abgeschlossen.
Nicht veröffentlicht sind finanzielle Einsparungen oder quantitative Prozessverbesserungen. Der nachweisbare Wertbeitrag liegt in der geschaffenen Entscheidungs- und Umsetzungsgrundlage.
Was andere Unternehmen daraus lernen können
Die Auswahl einer eProcurement-Lösung sollte nicht der erste, sondern ein späterer Schritt der Digitalisierung sein. Zunächst muss Klarheit über Prozesse, Rollen und fachliche Anforderungen bestehen.
Ebenso wichtig ist die frühe Verständigung zwischen Einkauf und IT. Probleme entstehen häufig nicht durch fehlende Funktionen, sondern durch unterschiedliche Vorstellungen darüber, was die zukünftige Lösung leisten soll.
Die Rolle von 
amc begleitete das Unternehmen von der Reifegradanalyse über die Digitalisierungsroadmap und die Entwicklung der Soll-Prozesse bis zur Vorbereitung der Systemauswahl. Der besondere Beitrag lag in der Übersetzung zwischen Einkaufsfachlichkeit, Prozessgestaltung und technischen Anforderungen.
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