
Einkauf und Supply Chain gemeinsam transformieren
Einkauf und Supply Chain gemeinsam transformieren.
In vielen Unternehmen werden Einkauf, Lieferantenmanagement, Kostenoptimierung und Bestandsmanagement getrennt voneinander betrachtet. Das führt häufig dazu, dass einzelne Optimierungen zwar kurzfristige Verbesserungen erzielen, der nachhaltige Gesamtbeitrag für das Unternehmen jedoch hinter den Möglichkeiten zurückbleibt.
Eine führende Unternehmensgruppe der deutschen Getränkeindustrie entschied sich deshalb für einen anderen Weg. Seit 2020 entwickelt sie Einkauf und Supply Chain schrittweise zu einer stärker integrierten, datenbasierten und wertbeitragsorientierten Organisation weiter. Aus einzelnen Initiativen entstand ein langfristiges Transformationsprogramm, das Organisation, Lieferantenmanagement, Kostenstrukturen und Bestände miteinander verbindet.
Das Projekt im Überblick
Projektumfang
Die Ausgangssituation: Hohe Komplexität in einem dezentralen Umfeld
Die Unternehmensgruppe verfügt über mehrere Produktionsstandorte, unterschiedliche Bedarfsstrukturen und eine Vielzahl von Lieferantenbeziehungen. Diese Nähe zum operativen Geschäft war ein wichtiger Erfolgsfaktor, erschwerte jedoch die übergreifende Steuerung von Kosten, Risiken, Lieferantenperformance und Beständen.
Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an den Einkauf kontinuierlich. Neben der klassischen Beschaffung rückten Themen wie Versorgungssicherheit, Warengruppenmanagement, nachhaltige Lieferantenbeziehungen, Working Capital und Transparenz über Wertbeiträge immer stärker in den Fokus.
Die entscheidende Herausforderung bestand deshalb nicht darin, einzelne Prozesse zu optimieren. Die eigentliche Aufgabe bestand darin, Einkauf und Supply Chain als miteinander verbundenes Steuerungssystem weiterzuentwickeln.
Vom operativen Einkauf zum aktiven Werttreiber
Die Transformation begann mit der organisatorischen Weiterentwicklung der Einkaufsfunktion. Strategische und operative Aufgaben wurden klarer voneinander abgegrenzt und Verantwortlichkeiten geschärft.
Warengruppenmanagement, Lieferantenentwicklung und Risikobetrachtung wurden systematischer in die Einkaufsarbeit integriert. Gleichzeitig entstand eine stärkere Transparenz darüber, welche Hebel den größten Beitrag zu Kostenoptimierung, Versorgungssicherheit und Wertschöpfung leisten können.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf dem Lieferantenmanagement. Lieferanten wurden nicht mehr ausschließlich anhand einzelner Kennzahlen oder Vertragsbeziehungen betrachtet. Stattdessen rückten die strategische Bedeutung, gegenseitige Abhängigkeiten, Kostenstrukturen, Risiken und Entwicklungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt.
Dadurch entstanden belastbarere Entscheidungsgrundlagen für Verhandlungen, Lieferantenstrategien und langfristige Partnerschaften.

Kosten senken, ohne Versorgungssicherheit zu gefährden
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Identifikation und Umsetzung wertrelevanter Einkaufshebel.
Dabei wurde bewusst nicht ausschließlich auf klassische Preisverhandlungen gesetzt. Vielmehr wurden strukturelle Ansätze wie Bedarfsbündelung, Standardisierung, Lieferantenoptimierung und die gezielte Zusammenarbeit mit Fachbereichen betrachtet.
Besonders in volatilen Märkten zeigte sich, dass nachhaltige Verbesserungen häufig dort entstehen, wo Einkauf, Werke, Technik und Lieferanten gemeinsam an Lösungen arbeiten. Dadurch können Kostenoptimierung und Versorgungssicherheit gleichzeitig verbessert werden, anstatt gegeneinander zu arbeiten.
Bestände als strategischen Hebel nutzen
Mit zunehmender Reife der Organisation rückte ein weiteres Thema in den Fokus: das Management von Ersatzteil- und Materialbeständen.
Analysen zeigten, dass Bestände nicht nur eine operative Aufgabe darstellen, sondern einen erheblichen Einfluss auf Kapitalbindung, Verfügbarkeit und Effizienz haben.
Deshalb wurden Verbrauchsverhalten, Materialstrukturen, Dispositionsparameter und standortübergreifende Potenziale systematisch untersucht. Aus diesen Erkenntnissen entstand eine priorisierte Roadmap zur Weiterentwicklung des Bestandsmanagements.
Im Mittelpunkt standen unter anderem:
- die Optimierung von Dispositionslogiken,
- die Reduzierung von Dubletten und Varianten,
- die stärkere Standardisierung,
- die Nutzung von Beschaffungssynergien,
- sowie die Verbesserung der Transparenz über Bestände und Bedarfe.
Dadurch wurde eine Grundlage geschaffen, um Verfügbarkeit und Working Capital nicht isoliert, sondern gemeinsam zu steuern.
Ergebnisse und Mehrwert
Ganzheitlich
Klare Rollen
Kontinuierlich
Was sich verändert hat.
Die seit 2020 laufende Weiterentwicklung hat schrittweise die Voraussetzungen für eine stärker wertorientierte Steuerung von Einkauf und Supply Chain geschaffen.
Die Einkaufsorganisation verfügt heute über klarere Rollen und Verantwortlichkeiten. Lieferantenmanagement, Warengruppenmanagement und Kostenoptimierung folgen einer systematischeren Logik. Gleichzeitig wurden belastbare Grundlagen geschaffen, um Bestände, Kapitalbindung und Versorgungssicherheit transparenter zu steuern.
Besonders wichtig: Die Transformation wurde nicht als einmaliges Projekt verstanden. Stattdessen entstand ein langfristiger Entwicklungsrahmen, mit dem Organisation, Prozesse und Steuerungsmechanismen kontinuierlich weiterentwickelt werden können.
Was andere Unternehmen daraus lernen können
Viele Unternehmen versuchen, Kosten, Lieferanten und Bestände über separate Programme zu optimieren. Die Erfahrung aus dieser Transformation zeigt jedoch, dass nachhaltiger Wertbeitrag häufig erst dann entsteht, wenn diese Themen gemeinsam betrachtet werden.
Eine moderne Einkaufsorganisation sollte nicht nur beschaffen. Sie sollte aktiv zur Steuerung von Kosten, Risiken, Lieferantenbeziehungen, Versorgungssicherheit und Working Capital beitragen.
Dafür braucht es klare Verantwortlichkeiten, belastbare Daten, ein gemeinsames Zielbild und die Fähigkeit, Einkauf und Supply Chain als integriertes Wertschöpfungssystem zu entwickeln.
Die Rolle von 
amc begleitet die Unternehmensgruppe seit 2020 als strategischer und operativer Entwicklungspartner. Der Beitrag reicht von Organisationsentwicklung und Warengruppenmanagement über Lieferantenstrategien bis zur Optimierung von Beständen und Working Capital.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Umsetzung einzelner Maßnahmen, sondern die Weiterentwicklung eines Einkaufs- und Supply-Chain-Systems, das langfristig Wertbeitrag, Versorgungssicherheit und Transparenz miteinander verbindet.
Lassen Sie uns über Ihre Herausforderungen sprechen

