
Wertbeiträge im Einkauf systematisch realisieren
Wertbeiträge im Einkauf systematisch realisieren.
Steigende Kosten, volatile Märkte und ein hoher Wettbewerbsdruck erhöhen die Anforderungen an den Einkauf. Gleichzeitig reichen klassische Preisverhandlungen häufig nicht mehr aus, um nachhaltige Verbesserungen zu erzielen. Viele der wirkungsvollsten Hebel liegen heute in der Bedarfssteuerung, der Standardisierung, der Gestaltung von Leistungsumfängen oder der konsequenten Nutzung von Synergien.
Ein international tätiger Hersteller von Landmaschinen und Maschinenbaulösungen stand vor genau dieser Herausforderung. Ziel war es, Wertbeiträge im Einkauf nicht länger über Einzelmaßnahmen zu erzielen, sondern einen belastbaren Ansatz zu schaffen, mit dem Potenziale systematisch identifiziert, priorisiert und umgesetzt werden können.
Das Projekt im Überblick
Projektumfang
Die Ausgangssituation: Viele Ideen, begrenzte Transparenz
Im indirekten Einkauf entstanden regelmäßig neue Ansätze zur Kostenoptimierung. Unterschiedliche Warengruppen, internationale Standorte und zahlreiche interne Bedarfsbereiche führten zu einer Vielzahl möglicher Initiativen.
Die zentrale Herausforderung bestand jedoch nicht in fehlenden Ideen. Vielmehr fehlte eine übergreifende Transparenz darüber, welche Maßnahmen den größten wirtschaftlichen Nutzen versprechen, welche Initiativen zuerst umgesetzt werden sollten und wie internationale Aktivitäten wirksam gesteuert werden können.
Gleichzeitig zeigte sich, dass erhebliche Potenziale häufig außerhalb klassischer Preisverhandlungen liegen. Unterschiedliche Spezifikationen, gewachsene Leistungsumfänge, fehlende Standardisierung oder uneinheitliche Beschaffungsmodelle verursachten zusätzliche Kosten und erschwerten die Nutzung von Synergien.
Die Aufgabe bestand deshalb darin, aus einer Vielzahl einzelner Optimierungsansätze ein strukturiertes Steuerungsmodell für den Einkauf zu entwickeln.
Der Lösungsansatz: Potenziale sichtbar machen und konsequent priorisieren
Im ersten Schritt wurden potenzielle Initiativen systematisch bewertet. Dabei standen nicht nur Einsparpotenziale im Mittelpunkt, sondern auch Umsetzbarkeit, Aufwand, Risiken und organisatorische Abhängigkeiten.
Dadurch entstand ein gemeinsames Bild darüber, welche Maßnahmen kurzfristig Wirkung entfalten können und welche Hebel mittel- bis langfristig verfolgt werden sollten.
Gleichzeitig wurde bewusst ein breiteres Verständnis von Wertbeiträgen verfolgt. Neben klassischen Preishebeln wurden zusätzliche Potenziale betrachtet:
- Standardisierung von Leistungen und Anforderungen
- Bündelung von Beschaffungsvolumina
- Optimierung von Bedarfen
- Überarbeitung von Leistungsbeschreibungen
- Konsolidierung von Lieferantenstrukturen
- Weiterentwicklung von Warengruppenstrategien
Bei Facility-Management-Leistungen wurden Leistungsinhalte, Servicelevel, Ausschreibungslogik und Vergabestrukturen gemeinsam überprüft. Damit bezog die Bewertung neben Preisen auch den tatsächlichen Bedarf und die Ausgestaltung der Leistungen ein.
Dadurch entstand eine deutlich breitere Diskussionsgrundlage als bei einem reinen Preisvergleich.
Parallel wurden die Initiativen international abgestimmt und gemeinsam mit den verantwortlichen Bereichen umgesetzt. Dies schuf Transparenz über Fortschritt, Verantwortlichkeiten und erwartete Ergebniswirkungen.

Ergebnisse und Mehrwert
Gebündelt
Priorisiert
Fortschritt und Verantwortlichkeiten im Blick
Was sich verändert hat.
Claas verfügt über einen strukturierten Ansatz, um internationale Einkaufsinitiativen zu bewerten, zu priorisieren und nachzuverfolgen. Die gemeinsame Bewertungslogik macht Potenziale, Verantwortlichkeiten und Fortschritte transparenter und unterstützt einen gezielten Ressourceneinsatz.
Neben Preisverhandlungen werden Bedarfsmanagement, Standardisierung und Warengruppenstrategien systematisch als Werthebel berücksichtigt. Finanzielle Einsparungswerte werden nicht veröffentlicht.
Was andere Unternehmen daraus lernen können
Viele Unternehmen konzentrieren sich bei Kostenprogrammen zu stark auf Ausschreibungen und Preisverhandlungen. Die größten Potenziale liegen jedoch häufig dort, wo Anforderungen, Prozesse und Leistungsumfänge kritisch hinterfragt werden.
Ebenso wichtig ist eine konsequente Priorisierung. Die meisten Organisationen verfügen über deutlich mehr Optimierungsansätze als verfügbare Umsetzungskapazitäten. Transparenz über Nutzen, Aufwand und Umsetzbarkeit ist deshalb häufig wertvoller als eine möglichst lange Maßnahmenliste.
Darüber hinaus zeigt die Erfahrung, dass erfolgreicher Einkauf heute mehr leisten muss als reine Kostenreduzierung. Moderne Einkaufsorganisationen steuern Wertbeiträge. Sie verbinden Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, Standardisierung und Lieferantenmanagement in einem gemeinsamen Ansatz.
Die Rolle von 
amc unterstützte bei der Entwicklung der Bewertungslogik, der Strukturierung von Initiativen und der Steuerung internationaler Optimierungsprogramme.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht die Durchführung einzelner Einsparprojekte, sondern der Aufbau eines nachvollziehbaren und dauerhaft nutzbaren Ansatzes zur Steuerung von Kosten- und Werthebeln. So entstand eine Grundlage, mit der der Einkauf Potenziale systematisch identifizieren, bewerten und realisieren kann.
Let’s talk about the challenges you’re facing

