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Warum die Bewertung von Lieferanten oft nichts bringt

Die Lieferantenbewertung gehört im modernen Einkauf zum Standard. 86% der von der amc-group in ihrer aktuellen Studie „Mehrwert durch Lieferantenmanagement“ befragten Unternehmen bewertet ihre Lieferanten regelmäßig. Bei gut der Hälfte (und das vor allem in großen Firmen) unterstützt ein IT-System den aufwändigen Bewertungsprozess. Andere Module des Lieferantenmanagements kommen in der Praxis hingegen weniger zum Einsatz. Auch das ergab die Umfrage. So werden Lieferantenstruktur, Klassifizierung, Qualifizierung und Lieferantenentwicklung von 40% der untersuchten Unternehmen überhaupt nicht eingesetzt.

 

86% der Unternehmen bewerten ihre Lieferanten. Grafik: amc-group 2018


Als Hauptziele des Lieferantenmanagements geben die Unternehmen eine bessere Liefer- und Servicequalität an (69% ist dies wichtig) – gefolgt von geringeren Kosten (47%), der Erfüllung der DIN EN ISO 9001 (44%) sowie schnelleren Prozessen (darauf legen 36% Wert).

 

Wichtigstes Ziel ist eine bessere Lieferqualität, gefolgt von Kostenaspekten und der Erfüllung der ISO 9001. Grafik: amc-group 2018

 

Ziele werden oft nicht erreicht

Erreicht werden die angestrebten Ziele allerdings nur selten. So beobachtet gerade mal ein Fünftel (20%) der Firmen tatsächlich eine gesteigerte Liefer- und Servicequalität – obwohl dies für 69% der Befragten das Hauptziel ihrer Bemühungen ist. Immerhin 30% bestätigen niedrigere Kosten und schnellere Prozesse.

„Die Ziele, die mit dem Lieferantenmanagement verfolgt werden, werden in der Praxis nicht realisiert bzw. erzielen nur eingeschränkt Mehrwerte“, erklärt amc-Studienleiter Georg Rinkens. Hinzu kommt, so der amc-Projektmanager: „Nur ein Viertel der befragten Unternehmen misst den Erfolg ihres Lieferantenmangements nachhaltig.“

In 75% der Unternehmen gibt es keine KPIs, die den Erfolg des Lieferantenmanagements messen. Grafik: amc-group 2018

Viel Aufwand für nichts?

Dabei betreiben die Firmen viel Aufwand. Die befragten Unternehmen investieren pro Jahr durchschnittlich 1.360 Arbeitstage in Ihr Lieferantenmanagement. Der größte Aufwand fällt im Einkauf an (860 Arbeitstage) sowie im Qualitätsmanagement (319 Arbeitstage) mit Abstand gefolgt von Fertigung, Rechtsabteilung, Logistik, F&E und Finanzen.

Nicht nur bewerten, auch kontrollieren!

Obwohl das Lieferantenmanagement also in den Unternehmen angekommen ist, führt es nicht zu den gewünschten Effekten. Joachim von Lüninck, Managing Partner der amc-group, nennt die Gründe: „Die Lieferantenbewertung wird als Modul oft nur isoliert genutzt und ist nicht in ein ganzheitliches Lieferantenmanagement eingebunden. Weitere, ebenso wichtige Module des Lieferantenmanagements fehlen in vielen Einkaufsorganisationen.“

5 Punkte, die der Einkauf ändern muss

Damit die Lieferantenbewertung tatsächlich zu besseren Liefer- und Serviceleistungen, niedrigeren Einstandspreisen und schnelleren Prozessen führt, sind diese fünf Punkte entscheidend:

  1. Etablieren Sie im Einkauf – neben der Lieferantenbewertung – weitere Module des strategischen Lieferantenmanagements. Dazu gehören die systematische Ableitung der optimalen Lieferantenstruktur, Lieferantenstrategien und Lieferantenentwicklung, Lieferanten-(Prä-)Qualifizierung und Freigabe sowie die Lieferantenklassifizierung. Verfolgen Sie einen ganzheitlichen Konzeptansatz.
  2. Binden Sie funktionsübergreifend alle Stakeholder in den Lieferantenbewertungs- und Entwicklungsprozess ein.
  3. Nutzen Sie Lieferanten als Innovationstreiber und Entwicklungspartner.
  4. Minimieren Sie durch Lieferantenmanagement nachhaltig Beschaffungsrisiken.
  5. Messen Sie den Mehrwert, den Sie durch Lieferantenmanagement schaffen.

An der Studie beteiligten sich 48 Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Unternehmensgrößen.

 

Das Studiendesign sowie die detaillierten Studienergebnisse können Sie HIER erhalten. Schicken Sie uns bitte dafür Ihre Kontaktdaten zu.

 

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