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BME-Vortrag: Auswirkungen der Digitalisierung auf Menschen und Organisationsstrukturen im Einkauf

Auf Einladung des BME Rhein-Main-Region erklärte Tim Ovelgönne, Project Manager der amc Group, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf Menschen und Organisationsstrukturen im Einkauf hat. Selten passten Form und Inhalt einer BME rmr-Veranstaltung so gut zusammen wie bei dieser. Die rund 20 Teilnehmer bewiesen ihre Agilität in den Räumen der IHK Wiesbaden in Wort und Tat.

Der geplante Ablauf des Abends wurde aufgrund äußerer Umstände auf den Kopf gestellt. Kurzerhand sprachen sich die Organisatoren mit ihren Gästen ab – und fanden schnell eine flexible Lösung. Begonnen wurde mit dem Networking, das üblicherweise am Ende der Veranstaltung steht. Das inhaltliche Programm startete danach, und traf dem lebhaften und fruchtbaren Austausch zufolge ebenfalls den Nerv der Anwesenden.

Agilität zeugt von großer Beweglichkeit und bedeutet, regsam und wendig zu sein. So steht es zumindest im Duden. Der Begriff hat eine erstaunliche Karriere hingelegt: Heute gilt agiles Management als ein Schlüsselfaktor für Unternehmen, um den veränderten Anforderungen gerecht werden zu können.

Tim Ovelgönne erklärte zunächst, dass es die vielfach beschriebenen disruptiven Veränderungen durch die Digitalisierung im Einkauf nicht gibt. Vielmehr hätten die Entwicklungen evolutionär stattgefunden, wohl aber in einem zunehmend schnelleren Tempo, wie eine seiner Fragen verdeutlichte: „Welche App wurde zur Fußball-WM 2006 am häufigsten heruntergeladen?“ Eine Wetter-App, wie ein Zuhörer riet? Oder der Spielplan? Die Antwort überraschte zunächst und klang dann doch logisch: Keine, denn Smartphones gewannen erst mit der Markteinführung des iPhones 2007 größere Marktanteile.

Gesucht: Der Tausendsassa im Einkauf

Das bedeutet jedoch nicht, dass der Einkauf nicht vor tiefgreifenden Veränderungen stünde. Die Auswirkungen auf den operativen, taktischen und strategischen Einkauf sind aber unterschiedlich, so Tim Ovelgönne. Transaktionsbezogene Prozesse werden ihm zufolge stark automatisiert beziehungsweise autonomisiert – unterstützt durch eine Support-Funktion –, während solche mit strategischem Charakter auch in Zukunft noch von Menschen durchgeführt oder entschieden werden.

Wie passt die Agilität in dieses Bild? Heute versteht man unter dem Begriff etwas mehr als der Duden. Studien zufolge stehen dabei die Aspekte Geschwindigkeit, Anpassungsfähigkeit, Kundenzentriertheit und Haltung im Vordergrund. Zu den agilen Arbeitsweisen und Strukturen kommt eine wachsende Bedeutung des Einkaufs als professionelle Funktion und einem hohen Leistungsgrad zum Nutzen seiner Kunden, sprich: dem Unternehmen und seiner Mitarbeiter.

Die Zuhörer hatten recht konkrete Vorstellungen davon, welche Aufgaben damit ganz konkret auf den Einkäufer von morgen zukommen. Mittels Smartphone konnten sie das nächste Präsentations-Slide in Echtzeit selbst gestalten. Schlagworte wie „kreativ“, „Multitasker“, „Orchestrator“ oder „Netzwerker“ ploppten im Sekundentakt auf und bildeten eine anschauliche Wortwolke. Sie deckte sich in großen Teilen mit dem Bild, das die amc Group vom künftigen Einkäufer zeichnet. Er muss in Zukunft Projektmanager, Strategie-Spezialist und Netzwerker sein, Verantwortung tragen, Prozesse steuern und Hand in Hand mit dem Support arbeiten können. Der erste Schritt in Richtung agiler Einkaufsorganisationen ist die sogenannte organisationale Ambidextrie. Damit wird die Fähigkeit bezeichnet, gleichzeitig effizient und flexibel zu sein. Das heißt, dass agile Organisationsstrukturen mit den bestehenden Organisationsformen kombiniert werden.

 

Link zum BME-Artikel:

https://www.bme.de/bme-rmr-agiler-einkauf-evolution-statt-revolution-2635/

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